Was ist New Work?

„New Work“ ein Text von Ibrahim Evsan

 

„Die neue Art, Leben und Arbeiten zu verbinden.“
New Work, die Zukunft der Arbeit und die neue Kultur der Menschen.

Die Arbeitswelt erfährt seit einigen Jahren einen grundlegenden und strukturellen Wandel. New Work ist der Inbegriff für diese Transformation. Die Auslöser für diese Entwicklung sind aber vielfältig. Die Digitalisierung, Konnektivität und Globalisierung sowie der demographische Wandel sind unter anderem die Ursachen für den Wandel der Arbeitswelt. Immer drängender stellt sich die Frage, wie wir mit dem Megatrend New Work umgehen.

Über das Ende der „Alten Arbeitswelt“

Der Grund, warum wir uns überhaupt mit dem Thema New Work beschäftigen, ist der tiefgreifende wirtschaftliche und kulturelle Wandel. Neue Technologien, die Digitalisierung, die Automatisierung und die allumfassende Vernetzung führen dazu, dass bestimmte Berufe überflüssig werden. Die industrielle Produktion hat sich in den letzten Jahrzehnten radikal verändert. Industrie 4.0, autonome Fahrzeuge und Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz werden immer mehr Menschen der „Alten Arbeitswelt“ vor die Frage stellen, was sie in Zukunft machen wollen.

“Die zentralen #Werte von #NewWork: #Selbstständigkeit, #Handlungsfreiheit, #Selbstverwirklichung und Teilhabe an der #Gemeinschaft.“

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Was wollen wir wirklich?

So landen wir schnell bei der Frage: Warum machen wir beruflich eigentlich das, was wir machen? Wollen wir wirklich Industriemechaniker werden, weil wir uns schon immer für die „Herstellung, Instandhaltung und Überwachung von technischen Systemen” interessiert haben? Oder werden manche Menschen vielmehr Industriemechaniker, weil es den Beruf des Industriemechanikers nun einfach mal gibt? Fragt man Kinder, was sie einmal werden wollen, wenn sie groß sind, geben sie niemals Antworten wie „Ich will mal am Fließband arbeiten!” oder „Ich möchte Prozessmanager werden“. An diesem Punkt setzt das ursprünglich Konzept von New Work an.

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Was ist „New Work“?

  • New Work ist der Sammelbegriff über zukunftsweisende und sinnstiftende Arbeit.
  • Im Zuge des vielschichtigen Wandels der Arbeitswelt geht es um die Frage, wie wir die Arbeit innovativ definieren und organisieren, um weiterhin einen steigenden Beitrag zur Unternehmensstrategie zu liefern.
  • New Work ist kein Programm, kein Prozess, sondern eine Frage der Haltung, der Kultur und Führung.
  • Es geht um eine moderne Führung, die von Augenhöhe und Wertschätzung, von mehr Coaching und weniger Ansage geprägt ist.
  • Die Mitarbeiter sind das höchste Gut und in Zeiten der Knappheit der Talente im Zentrum unseres Handelns.
  • Der Trend bei einigen Führungskräften, die derzeit zum Anzug Sneaker tragen und die Krawatte weglassen, sind äußere Symbole der Änderungen in Richtung New Work.
  • Es geht nicht nur um das reine Gewinnen neuer Talente, sondern insbesondere um das Halten.

Die Idee von New Work wurde erstmals von dem Sozialphilosophen Prof. Dr. Frithjof Bergmann entwickelt. Bergmann beschäftigte sich mit der philosophischen Frage nach der Freiheit des Menschen. Nichts schien den Menschen jedoch unfreier zu machen als Arbeit. Mit dem Projekt New Work fand Bergmann schließlich eine praktische Verwirklichung seiner theoretischen Überlegungen (Hier ist das New-Work-Manifest in seinen eigenen Worten). Bergmann geht davon aus, dass das bisherige Job-System am Ende ist. Die Automatisierung führt immer mehr dazu, dass die Menschen sich mit der Frage konfrontiert sehen: „Was willst du in Zukunft im Arbeitsleben machen?“ Über die vielfältigen Folgen bei der Beantwortung dieser Frage sprach Bergmann selbst beim Event New Work Experience 2018:

“Zu #NewWork kommen wir durch die Antwort auf die Frage: Was willst du wirklich, wirklich tun?“

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Die These von Bergmann ist so einfach wie provokant, aber immer noch nicht zu Ende gedacht. Denn New Work entsteht nicht einfach, wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter mit neuen Technologien wie Tablets und Smartphones ausstatten. Es gehört mehr dazu. New Work ist das Ergebnis eines langen, begleiteten Prozesses, der mit der Frage beginnt, was wir wirklich tun wollen. Menschen sollen ihre eigene Persönlichkeit mit in die Arbeit einbringen. Für viele ist diese Aufforderung jedoch zunächst einmal eine Überforderung. Darum ist Beratung und Begleitung der Schlüssel, um ins Zeitalter von New Work zu kommen.

 

Meine persönliche Zusammenfassung von New Work

 

Die Arbeitswelt verändert sich:

  • Die Veränderungen der Arbeitswelt sind bereits Realität.
  • Der klassische „Nine-to-Five-Job“ wird schon bald der Vergangenheit angehören.
  • Die Bindung an feste Arbeitsorte sowie standardisierte Zeiten und Organisationsstrukturen lösen sich immer weiter auf.
  • Die Arbeit der Zukunft ist flexibel und projektbasiert.
  • Immer mehr Menschen sind freiberuflich tätig.
  • Die alten Strukturen aus Hierarchien, Planung und Fehlervermeidung sind unpassend für die schnelllebige Welt.
  • Die Digitalisierung unterstützt und befreit die Menschen von Routineaufgaben.
  • Die Digitalisierung öffnet die Möglichkeiten der Kommunikation untereinander.
  • Dadurch kann schnellere Kreativität erzeugt werden.
  • Das erhöht die Innovationen in der Gesellschaft exponentiell.

 

Die Arbeitswelt braucht Vertrauensarbeit:

  • Home Office und Remote Work heißen die Modelle der Zukunft.
  • Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verwischen.
  • Die Effizienz des Unternehmens kann durch die Vermeidung von doppelten Tätigkeiten erhöht werden.
  • Dazu gehört die papierlose Organisation.
  • Hierdurch kann eine Kostensenkung erfolgen und die Attraktivität durch Bedienerfreundlichkeit gesteigert werden.
  • Ziel dieser Aufgabe ist die schlanke Bearbeitung aller Dokumente.
  • Vertrauen ist in Zeiten von New Work unabdingbar und eine wichtige Währung.

 

Die Arbeitsräume werden verlagert oder komplett modernisiert:

  • Die Zusammenarbeit verlagert sich ins Virtuelle.
  • Das Arbeiten im Homeoffice oder in Co-Working-Spaces nimmt zu.
  • So entstehen neue Formen der Büros wie Co-Working, Co-Places, Co-Spaces und Innovationshäuser.
  • Noch verstehen die meisten Unternehmen diese Veränderung nicht.
  • Denn die aktuelle Aufteilung der Arbeitsräume z.B. in den Konzernen ist für die gewünschte Kreativität meistens unpassend.
  • Oft werden heute die Arbeitsräume von den Mitarbeitern mitgestaltet. Dadurch entsteht ein motivationsförderndes Wir-Gefühl.
  • Die offene Architektur bietet einen inspirierenden Arbeitsort und sorgt für eine angenehme Atmosphäre.
  • Vorsicht: Bei der Abschaffung fester Arbeitsplätze stößt man möglicherweise bei den Arbeitnehmern auf Widerstand.
  • Sie brauchen ein eigenes Konzept für die Vertrauensarbeit.

 

New Work verändert die Art der Kommunikation und Zusammenarbeit:

  • Mitarbeiter benötigen einen zwanglosen Austausch von Informationen.
  • Als Führungskraft sollte man bereit sein, Macht an die Mitarbeiter abzugeben.
  • Führungskräfte sollten lernen, zunächst sich selbst professionell zu führen.
  • Richtig erfolgreiche Teams schaffen durch Dialog und Kommunikation in der gesamten Gruppe Transparenz.
  • Das sorgt wiederum dafür, dass man viel stärker wird bei Einzelarbeiten.

 

Es geht um das Wohl aller Mitarbeiter und das schafft man durch Agilität:

  • Zusammenarbeit, Gemeinschaft, Nachhaltigkeit, Offenheit und Zugänglichkeit sind die Basis für New Work.
  • Denn kreative Menschen brauchen einen Raum für Abwechslung, Erholung und Gesundheit, ohne Konzernkrebs.
  • Die Arbeitsumgebung orientiert sich also an den Bedürfnissen der Mitarbeiter und steigert deren körperliches, geistiges und emotionales Wohlbefinden.
  • Ohne die Idee einer Selbstverwirklichung der Mitarbeiter – als Grundidee für die Mission des Unternehmens – wird ein Unternehmen nicht erfolgreich.
  • Komplexität lässt sich nur mit Agilität bewältigen.
  • Die Sichtweise der Mitarbeiter sollte bei agilen Prozessen mit einbezogen werden.
  • Agilität verändert Denkprozesse, Unternehmensprozesse, Kulturveränderung, neue Führungsprinzipien und die moderne Beziehungen zu Kunden.
  • Kundenfeedbacks sind als hilfreicher Input zur Weiterentwicklung des Unternehmens zu verstehen.
  • Agilität bedeutet jedoch nicht, dass nichts mehr geplant sein muss. Es gilt weiterhin, eine gut geführte Struktur zu haben.
  • Gezielte Präsenztreffen sind für eine effiziente Zusammenarbeit unerlässlich.
  • Projekte ohne konkretes, handlungsbezogenes Feedback sind meistens zum Scheitern verurteilt.
  • Als Führungskraft gilt: Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern, geben Sie Verantwortung ab und fördern Sie eine autonome Arbeitsweise.
  • Denn moderne Führung ist Beziehungsmanagement.
  • Aus „I have a Dream“ wird „We have a Dream“. In der heutigen Zeit wird die Summe aus Talenten, Wissen und Können von vielen Projekten erfolgreich umgesetzt. Daher: Setzen Sie sich eigene und gemeinsame Ziele.
  • Bevor man große Entscheidungen trifft, sollte man sich Vorschläge einholen. Bauen Sie sich mit den Jahren ein Mentorennetzwerk auf.


Die Gefahren von New Work:

  • Ohne Regeln klappt gar nichts. Eine New-Work-Governance ist daher einzurichten.
  • Die Unternehmen befinden sich am Ende in einem Dilemma: Je mehr die Mitarbeiter New Work praktizieren, desto mehr kann es sein, dass die Mitarbeiter gehen, weil sie neue Ideen und Inspiration selbst nutzen wollen.
  • Wer das am Ende beherrscht, der lebt New Work.


New Work bedeutet aber auch gleichzeitig, dass es bei einem persönlich anfängt:

  • Wenn die eigene Arbeit nicht mehr glücklich macht, ist man mit seiner Leistungsfähigkeit und Produktivität am Ende.
  • Jetzt sollten kritischen Rückfrage gestellt werden, ob es sinnvoll ist, weiter zu arbeiten oder ob man einen neuen Job suchen sollte.
  • Falls man sich für ein Unternehmen entscheidet, kann es nur eine Motivation geben: Mit aller Kraft das Unternehmen voranbringen.
  • Dabei ist es wichtig, dass man die Nähe zu seinen Kollegen sucht, ohne die Kollegen einzuengen oder zu stalken.
  • Es ist auch hilfreich, die Beziehung zu Kollegen freundlich und liebevoll zu gestalten.
  • Dazu gehört es sich zu bedanken. Denn genau das hilft, dass man sich gegenseitig respektiert.
  • Feedback ist bei New Work einer der zentralen Aufgaben. Wenn man persönlichen Feedback bekommt, sollte man das nicht als Kritik verstehen, sondern als eine Chance.
  • Es ist ratsam oft Hilfe anzubieten, auch wenn es gar nicht in den Zeitplan passt. Jemandem aus dem Herzen helfen zu wollen, ist das Fundament für eine langfristige Freundschaft.

 

New Work bedeutet aber auch, dass Sie sich gesund und glücklich fühlen. 

  • Essen Sie gesund. Vegetarisches Essen wirkt sich sogar sehr positiv auf die Stimmung aus.
  • Machen Sie immer wieder eine kleine Pause. Achten Sie darauf, ob sich die Augen müde anfühlen. Müde Augen sind in der Regel auf eine Überlastung zurückzuführen. Das können ein Nährstoffmangel, Stress oder Durchblutungsstörungen sein. Daher: Schlafen Sie ausreichend. Nachts noch eine letzte Netflix-Serie anschauen lohnt sich meistens nicht.
  • Vergessen Sie am Tag nicht ihr Lächeln. Das sendet durchweg positive Gefühle.
  • Meditation hilft, klarer zu denken und die innere Ruhe zu finden. Versuchen Sie direkt morgens als erstes zu meditieren.
  • Jeden Morgen im Abstand von je 20 Minuten zwei Gläser lauwarmes Wasser mit Zitrone trinken. Das hilft, gesund zu bleiben.
  • Probieren Sie jeden Tag etwas Neues aus. Konzentrieren Sie sich nicht auf Probleme, sondern auf gute Praktiken.
  • Natürlich darf auch nicht fehlen, dass man sich regelmäßig körperlich bewegt. Das gilt auch während der Arbeitszeit. Das steigert das Wohlbefinden und senkt das Risiko, unter Stress oder Depressionen zu leiden.

“#NewWork heißt lebenslanges Lernen und die Bereitschaft, sich neu zu erfinden.“

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Utopie und Wirklichkeit von New Work

New Work ist eine Utopie. Einiges von dieser Utopie ist heute schon Wirklichkeit, aber längst noch nicht alles. Heute ist es einfacher als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte das zu machen, was man wirklich machen will. Die meisten Tools, die man braucht, um seinen Traum zu verwirklichen, stehen heute kostenlos zur Verfügung. Youtuber und Blogger können Plattformen gratis nutzen, Menschen mit innovativen Ideen können diese dank Crowdfunding realisieren und Menschen, die gerne programmieren lernen wollen, können dies kostenlos via App lernen. Und das alles ist erst der Anfang.

In der Vorstellung von Bergmann ist New Work eine Kombination aus Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung und Selbstversorgung. Letzteres leitet sich aus dem Status der Landwirtschaft und der Ernährung der Menschheit ab. Bergmann sieht die Zukunft der Landwirtschaft nicht in Massenproduktion und Massentierhaltung, sondern in kleinen Betrieben, die mit Hilfe von neuesten Technologien produzieren. Auch der 3D-Druck wird Menschen in Zukunft unabhängiger von Unternehmen und Versorgungsketten machen. Diese Entwicklung von New Work bzw. einer neuen Kultur des Menschen erleben wir heute in ihren Anfängen. Die Idee aber, dass Arbeit die Menschen mit Sinn erfüllen soll, ist in den Köpfen vieler Menschen bereits angekommen.

Die Realität von New Work

Es wäre aber falsch zu behaupten, dass heute jeder genau das macht, was er gerne möchte. Es gibt nach wie vor Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen anbieten und in denen gearbeitet wird. Aber auch dort sind die Anzeichen des Wandels deutlich angekommen. Zum einen ändert sich die Einstellung der jungen Menschen. Die Generationen X,Y und Z haben andere Ansprüche an ihr Arbeitsumfeld und an sich selbst. Zum anderen ändert sich aber auch die Erwartungshaltung der Kunden. Ein Auto zu besitzen wird in Zukunft nicht mehr erstrebenswert sein oder zum Ausdruck des sozialen Status taugen. Unternehmen, die sich nicht an die neue Lebens- und Arbeitswelt anpassen, werden langfristig keinen Erfolg haben.

Wie kommen wir von „Old Work“ zu New Work?

Die Frage ist, wie wir den Übergang von der alten Arbeitswelt in die neue Arbeitswelt produktiv gestalten können. Die Nutzung von neuen Technologien ist dabei nur ein Ansatzpunkt. Typisch für „Old Work“ sind neben Phänomenen wie Automatisierung und Arbeitsteilung auch strenge Hierarchien. Seit der Industrialisierung setzte sich dies in Unternehmen als eines der Kennzeichen der alten Arbeitswelt für mehr als 200 Jahre durch.

Genau genommen sollte auch das Schulsystem mit in diese Betrachtung einbezogen werden. In den Schulen und Hochschulen werden die Fähigkeiten und Verhaltensweisen an- bzw. aberzogen, die im Arbeitsleben hilfreich oder unerwünscht sind. Viele Fähigkeiten, die im Zeitalter von New Work zentral sein werden, werden im heutigen Schulsystem noch nicht vermittelt.

Was ist der Unterschied zu FutureWork?

Sehr einfach: FutureWork beschäftigt sich mit der Frage, welche neuen Möglichkeiten wir durch Technologien bei der Arbeit haben. Also: Welchen Einfluss wird Technologie auf die Arbeitswelt haben? Welche Tools und Services wird man nutzen und welche neue KI (Künstliche Intelligenz) wird den Menschen bei der Arbeit unterstützen oder ersetzen? Wie werden Roboter in der Zukunft für den Menschen dienlich sein? FutureWork beantwortet auch die Frage darauf, welche Berufe aussterben und wie sie durch neue Berufe ersetzt werden können. Ein gutes Beispiel dafür ist das selbstfahrende Auto. Sobald das in der Masse verbreitet ist, wird es den Taxifahrer nicht mehr geben. Die entscheidende Frage ist dann: Was macht nun der Taxifahrer?

Von der Lohnarbeit zur Selbstbestimmung

Wer mehr Selbstbestimmung und Sinnstiftung in der Arbeitswelt will, sollte dafür sorgen, dass die strengen Hierarchien abgebaut werden. Lohnarbeit und strenge Arbeitsteilung werden damit zum Auslaufmodell. Darüber hinaus muss an allen möglichen Stellen im gesamten System die Frage nach der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit gestellt werden und Entfaltungsmöglichkeiten zugelassen werden. Für den unternehmerischen Alltag bedeutet das, Freiräume – sowohl zeitlich als auch räumlich gesprochen – zu ermöglichen. Menschen unterschiedlicher Profession und Herkunft sollten sich treffen und austauschen können, damit neue Ideen und Lösungen entstehen können.

Mixed Teams: Die Stärken der Diversität für Organisationen

New Work geht von einer völlig neuen Organisation von Arbeit aus. Aufgaben werden nicht mehr vorrangig in Abteilungen erledigt, sondern in Projekte aufgeteilt. Diejenigen mit den besten Fähigkeiten für ein jeweiliges Projekt werden in Teams organisiert, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Teams und auch ganze Organisationen lassen sich auf diese Art als Netzwerke begreifen. Bislang waren diese Netzwerke relativ homogen – sprich: Abteilungen. Sie vereinigten in der Regel Menschen mit ähnlichem Expertenwissen und oft vergleichbarer sozialer Herkunft. Der Organisations- und Experimentalpsychologie und Neurophysiologe Prof. Dr. Peter Kruse sagte über Netzwerke wie diese:

„Harmonische Systeme sind dumme Systeme! In der Natur entstehen Ordnungsmuster immer aus Widerspruch, nicht aus Harmonie.“

Im Vergleich dazu sind sogenannte „Mixed Teams“ komplexe, heterogene und dynamische Netzwerke. Die Stärken von Mixed Teams wurden inzwischen Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen, die belegen, dass gerade eine Vielfalt an Perspektiven zu besseren Lösungen führen. Die Studie des Instituts für Mittelstandsforschung kommt zu dem Ergebnis, dass durch Vielfalt folgende Vorteile entstehen:

  • Härteres Ringen um Konsens führt zu besseren Ergebnissen
  • Neue Informationen regen zu Kreativität an
  • Vielfalt reduziert Fachkräftemangel

Innovative Lösungen werden heute in immer kürzer werdenden Intervallen gebraucht, um an den dynamischen Märkten bestehen zu können. Die Antwort auf diese Herausforderung kann kein homogener Arbeitsalltag sein, bei dem alle Mitarbeiter von 9 bis 17 Uhr in einer Abteilung physisch anwesend sind.

New Work basiert auf einer vernetzten Infrastruktur

Wenn Menschen in Zukunft das machen, was sie wirklich machen wollen und sich mit ihren Talenten in der Arbeitswelt verwirklichen, kann Arbeit nicht länger nur in einem Bürogebäude oder einer Abteilung organisiert sein. New Work braucht eine neue Infrastruktur und zwar auf drei Ebenen. Das betrifft sowohl die Architektur als auch die technische Infrastruktur und auch die Organisation. Ohne Konnektivität entstehen keine Netzwerke und New Work bleibt nur eine Utopie.

Ein funktionierendes Netzwerk aus Individuen ist der Schlüssel zum Erfolg

Auch die Einsicht, dass zufriedene Mitarbeiter, die sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren, motivierter, produktiver und kreativer arbeiten, verändert unsere Arbeitsstrukturen. Das Ziel im Zeitalter von New Work ist es, zielführend Mitarbeiter zu binden und Arbeit, soziales Umfeld sowie eigene Interessen in Einklang zu bringen. So wird eine leistungsfördernde, aber gleichzeitig familiäre Atmosphäre geschaffen.

Ohnehin spielt der Teamgedanke, wie beispielsweise beim Konzept des Job-Sharing, in New-Work-Modellen eine immer größere Rolle. Vor dem Hintergrund der Diversity werden Belegschaft und Management möglichst komplex und vielfältig besetzt, um viele Einflüsse und Fähigkeiten zu nutzen. Die Gesamtheit aller Mitarbeiter mit ihren Unterschieden wie Geschlecht, Ethnie, Alter oder Behinderung steht dabei im Fokus.

Ein funktionierendes Netzwerk ist sowohl in der Firmenorganisation als auch privat die Organisationsform der Zukunft. Egal ob Firma oder Angestellter: Wer seine Kontakte hegt und pflegt und sein komplexes und dynamische Netzwerk steuern kann, der bewältigt den Arbeitsalltag. Um dies zu gewährleisten, benötigen wir mutige Experimente, neue Ideen und viel Innovationskraft. Oder kurz: New Work.

 

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