Arbeit-Freizeit-Stress: Wir brauchen ein neues Gleichgewicht!
Raus aus der Spirale Arbeit-Freizeit-Stress - warum wir unser Dynamisches Gleichgewicht finden und aufbauen müssen | © alphaspirit @ Shutterstock.com

Arbeit-Freizeit-Stress: Wir brauchen ein neues Gleichgewicht!

Seit der Aufklärung geht es uns Menschen immer besser: Freiheit, Selbstbestimmung und Individualität haben unsere Erziehung geprägt. Wir sind stolz darauf, an Gummibändern von Brücken zu springen, in fernen Ländern unsere Erfüllung zu finden oder uns ganz einfach ein unverschämt teures Gadget leisten zu können. Wir machen es, weil wir es können. Und am besten holen wir uns dazu die Anerkennung per Fotodokumentation bei unseren Facebook-Freunden ab. So läuft das in unserer individuellen total vernetzen Welt.

Der Job fürs Leben – das war einmal

Früher war alles ein wenig statischer: die Ausbildung fürs Leben, der Job fürs Leben, das Haus fürs Leben. Mit Hierarchien und ein wenig Bürokratie wurden viele Menschenleben planbar und ließen sich vorhersehbar gestalten. Taylor hat uns gelehrt, dass man alle großen Aufgaben in viele kleine planbare Schritte – ohne Überraschungen – zerlegen kann. Um ein wenig Dynamik zu finden, musste man schon ein paar Schritte zurückgehen und in größeren Zeitabständen auf ein berufliches Leben schauen.

Ein glückliches Arbeitsleben bestand aus Anstrengen und Hocharbeiten. Und wer seinen Platz zwischen den Kollegen gefunden hatte, der konnte es nach ein paar Jahren auch ein wenig ruhiger angehen lassen. Dann konnte man beginnen, sich in Ehrenämtern für die Gesellschaft zu engagieren, oder als stolze Großeltern den gestressten Jungfamilien unter die Arme greifen. – So war das vor der Digitalisierung.

Heute: Fließende Grenzen stoßen an alte Denkmuster

In der digitalen Welt sieht das Leben hektischer aus. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen – schließlich können wir an jedem Ort arbeiten. Wir fühlen uns wie in einem Hamsterrad, trauern unserer vermeintlichen Autonomie nach und stellen uns Sisyphus als glücklichen Menschen vor. Wir versuchen uns dagegen zu stemmen: Mit Work-Life-Balance, Yoga, Fitness und einer Reihe spannender Freizeitaktivitäten.

Mit To-do-Listen, den neuesten Services unserer digitalen Dienstleistungsgesellschaft und Coaches versuchen wir mit Taylors Grundsätzen auch unser privates Leben zu zerhacken und unter Kontrolle zu bekommen.

Ursache und Wirkung gibt es nicht mehr

Wir sind gefangen in unserer statischen Welt der einfachen Modelle: Actio gleich Reactio. So haben uns das die Wissenschaftler seit ein paar hundert Jahren gelehrt. Doch heute ist der Standpunkt ein anderer.

In einer vernetzen Welt ist alles mit allem verbunden. Wir begreifen immer mehr, dass auch alles von allem abhängt, denn wir leben in Ecosystemen, in Kreisläufen mit komplexen Abhängigkeiten, mit schnellen chemischen Prozessen und überlagernden langsamen Effekten. Unsere statischen Modelle nützen uns in einer digitalen Welt nichts mehr. Sie gelten nur noch für kurze Zeit oder in speziellen Situationen.

Was wir brauchen ist ein neues Gleichgewicht

Unsere Aufgabe heute ist es, die verschiedenen, voneinander unabhängigen Einflüsse und Kräfte, die auf uns einwirken, in ein neues Gleichgewicht zu bringen. In der technischen Mechanik wird das Gleichgewicht zwischen äußerer Kraft und Trägheitskraft als Dynamisches Gleichgewicht bezeichnet. Auch die Systemtheorie hält wichtige Denkanstöße für uns bereit.

Mit dieser Sichtweise wird auf einmal klar, dass wir nach mehr Arbeit nicht mehr Freizeit brauchen. Und auch eine Waage hilft uns nicht, zwischen Arbeit (Work) und Leben (Life) zu balancieren. Wir brauchen keine neuen größeren Gewichte auf der anderen Seite, die an uns zerren. Wir brauchen echte unterschiedliche Kräfte, die wir als Menschen in ein dynamisches neues (Sinn-)Gleichgewicht setzen und uns damit ein dynamisches Gleichgewicht schaffen.

Erreichen können wir dieses Gleichgewicht, indem wir in unserer Arbeit alle Formen der Beschäftigung sehen und nicht nur das Mittel zum Zweck, um uns ein paar Brötchen kaufen zu können.

  • Arbeit zum Gelderwerb (universelle Tauschbarkeit)
  • Arbeit, um uns selber mit Dingen zu versorgen, die wir zum (besseren) Leben brauchen
  • Arbeit zur Sinnstiftung und Erfüllung („Berufung“)

Warum sollten wir in unserer vernetzen Welt 30 Jahre warten, um alle Formen der Arbeit einmal auszuprobieren? Warum rennen wir einem falschen Freiheits- und Freizeit-Begriff hinterher?

Mit New Work erreichen wir unser persönliches dynamisches Gleichgewicht

Wenn wir akzeptieren, dass unsere Freiheit spätestens da aufhört, wo wir die Freiheit anderer beeinflussen, und wir uns bewusst machen, dass die erstrebenswerte Freiheit nicht die ist, etwas auswählen zu können (Wahlfreiheit), sondern die Freiheit, etwas wirklich Wichtiges zu tun (Handlungsfreiheit), dann bekommen wir ein völlig neues Verständnis von Arbeit.

Mit dieser Geisteshaltung erreichen wir unsere maximale Freiheit durch unseren eigenen individuellen und dynamischen Arbeitsmix. Dieses neue Gefühl von Arbeit, der Arbeit der Zukunft, kann uns erfüllen und befriedigen, wie Frithjof Bergmann es in seinem New-Work-Konzept darstellt.

“Raus aus der Spirale #Arbeit-Freizeit-Stress: Warum wir ein Dynamisches #Gleichgewicht brauchen.“

Twittern WhatsApp

Und wenn wir das auch noch ohne einen Coach hinbekommen, sondern indem wir mal in uns selber hineinhören – auf das, was wir selber wollen und brauchen – dann sind wir auf dem besten Weg, uns in der komplexen und hektischen Welt ein eigenes dynamisches Gleichgewicht aufzubauen.

Retweets

Jetzt tweeten

Kommentare zu "Arbeit-Freizeit-Stress: Wir brauchen ein neues Gleichgewicht!"