Sharing Economy goes Industrie 4.0: Die Geschäftsmodelle der Sharing Economy und der grundlegende Umbau unseres Wirtschaftssystems.
Sharing Economy © crazystocker @ Shutterstock.com

Sharing Economy goes Industrie 4.0: Die Geschäftsmodelle der Sharing Economy und der grundlegende Umbau unseres Wirtschaftssystems.

Seit einigen Jahren verändert die Digitalisierung und neue Technologien grundlegend das Leben und das Verhalten der Menschen. Allen voran das Smartphone und die unsichtbaren Maschinen mit all ihren Algorithmen, die im Hintergund für uns oder gegen uns arbeiten. Den Hauptauslöser für diese Veränderungen sehe ich in der permanenten Erhöhung des Grads der digitalen Vernetzung zwischen Menschen aber auch Dingen in einem bisher ungesehenen Maßstab. Die neuartige Programmierung der Verbindungen zwischen den Dingen erhöht hierbei die Komplexität. Das schafft die Grundlage, auf der wir immer mehr „uns selbst“ aber auch Dinge teilen können, wie Wissen, Erfahrung und Gefühle aber ebenso Musik, Autos, Wohnungen oder Arbeitskraft. Laut einer PwC-Studie nutzen bereits 50 Prozent der Menschen in Deutschland Angebote, die in der Tauschökonomie verortet sind.

Die Wachstumsraten der Sharing Economy sind enorm

Mit dieser Entwicklung wurde der digitale Wandel zu einem maßgeblichen Veränderungsmotor, der unsere Gesellschaft und die Wirtschaft so stark verändert, dass in diesem Zusammenhang von der vierten industriellen Revolution beziehungsweise der Industrie 4.0 die Rede ist. Eine herausragende Rolle spielt meiner Auffassung nach die Sharing Economy, die das Potenzial hat, unser wirtschaftliches Denken grundsätzlich auf den Kopf zu stellen. Die enormen Wachstumszahlen der Sharing Economy und der aus ihr abgeleiteten „On-Demand-Wirtschaft“ beweisen, dass dieser Trend gerade abhebt.

“Die #SharingEconomy hat das Potenzial, unser gesamtes Wirtschaftssystem zu verändern. #digitalerWandel“

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Die Sharing Economy und ihr disruptives Potenzial

Netzwerke, Plattformen oder die Technik, die den Zugang dazu ermöglicht, liefern die Infrastruktur oder die Basis, auf der die Sharing Economy als neue Wirtschaftsform aufsetzt. Im Zuge ihrer Entwicklung entstanden in den letzten Jahren immer mehr neue Geschäftsmodelle, die Unternehmen wie Facebook, Google, Uber und Airbnb zum Erfolg verhalfen.

Aufgrund ihrer weitreichenden und grundlegenden Veränderungskraft werden viele dieser Geschäftsmodelle auch als „disruptiv“ bezeichnet: Sie stellen eine „Disruption“, also einen Bruch mit bisherigen Regeln, Modellen und Gegebenheiten dar und haben damit das Potenzial, sogar große Konzerne wie Kodak, Xerox oder Nokia zu Fall zu bringen und ganze Branchen grundlegend zu verändern.


Wer 15 Minuten Zeit hat, kann sich die 6 wichtigsten Firmenpleiten vor Augen führen lassen, die das Opfer von digitaler, disruptiver Geschäftsmodelle wurden.

Warum aber reagiert Deutschland mit Verboten?

Insbesondere ein Blick in die USA zeigt, dass es sich bei neuen Geschäftsmodellen dieser Art nicht um einen kurzfristigen Trend handelt, sondern dass diese einen konkreten Ausblick auf eine neue Wirtschaftsform darstellen. Diese neue Form des Wirtschaftens verdient auch hierzulande ein gesteigertes Maß an Aufmerksamkeit. Die Erfolge von Netflix, Uber, Airbnb, Spotify, Instagram, Google, Facebook und vielen anderen mehr sollten als eine Warnung verstanden werden. Besonders, weil diese Unternehmen nicht nur in ihrem jeweiligen Herkunftsland Millionen Nutzer finden, sondern weltweit. Die Digitalisierung kennt keine Landesgrenzen. Somit stoßen nationale Regeln gegen internationales Verständnis.

Umso erstaunlicher ist es, dass in Deutschland in vielen Fällen mit Verboten und Regulierungen reagiert. Die Sharing Economy wirkt weltweit und über alle Branchen hinweg und kann in der Industrie von großem Nutzen sein. Uber hat mit der Taxibranche angefangen, bald werden Gütertransport, ein Echtzeit Kartendienst und selbstfahrende Autos folgen. Die Tendenz ist klar: Das traditionelle Verständnis von Unternehmertum wird durch neue Prinzipien des Wirtschaftens und digitale Technologien ergänzt, erweitert und transformiert. In einer digital vernetzten Welt wird es nicht mehr wichtig sein, Dinge zu besitzen. So erklärt sich auch, warum bestimmte Werte und Wertmaßstäbe für die junge Generation an Bedeutung verliert, und neue Konzepte wie NOwndership entstehen. Dieser Entwicklung darf und sollte man sich nicht versperren.

“Die #SharingEconomy setzt den Nutzen an die Stelle des Eigentums – die Grundformel der #Disruption.“

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Die Sharing Economy trägt zum Teil unmerklich zum Wohlstand bei

Es gibt immer noch zu viele Unternehmen, die vielleicht hoffen, dass die Auswirkungen sie nicht betreffen oder nicht so gravierend sein werden. Besonders in Deutschland, die als koordinierten Marktwirtschaft auf Langfristigkeit und Sicherheit ausgelegt ist, scheint die Gefahr nicht so ausgeprägt zu sein. Ich denke aber, dass dieser Eindruck trügerisch ist. Schon heute trägt die Sharing Economy maßgeblich zu unserem Wohlstand bei. Indem wir nahezu kostenlos auf Wissen, Medien zur Unterhaltung, Netzwerke und Güter zugreifen können, ist in der Geschichte der Menschheit beispiellos. Dass immer noch verhältnismäßig viele Unternehmen das damit verbundene Potenzial nicht sehen, liegt unter anderem auch daran, dass diese Form des Wohlstandes nicht wie andere Güter, Dienstleistungen und Werte gemessen wird.

Warum Mercedes und BMW auf die Prinzipien der Sharing Economy setzen

Während einerseits Uber und Airbnb mit Verboten in einzelnen Städten zu kämpfen haben, erkennen einige deutsche Unternehmen das Potenzial der neuen Geschäftsmodelle. Sie wissen, dass die jüngere Generation den von der Digitalisierung ausgelösten Kulturwandel bereits vollzogen hat. Besitzen ist ihnen nicht so wichtig wie Nutzen. Auf diesen steigenden Bedarf haben beispielsweise Autohersteller wie BMW und Mercedes reagiert und bieten mit DriveNow oder Car2go Carsharing-Modelle an, die analog zu denen der Sharing Economy funktionieren. Betrachtet man die Wachstumsraten von bis zu 36 Prozent im Vergleich zu den Verkaufszahlen von Autos gibt der Erfolg den Herstellern recht.

Die Zukunft der Sharing Economy und Industrie 4.0: B2B-Sharing

Auch in der Industrie sprechen zahlreiche Gründe für das Prinzip des Teilens. B2B-Sharing führt zu mehr Flexibilität, Agilität und Kontakten im Netzwerk. Das Prinzip der Sharing Economy kann beispielsweise in der Logistik nutzbar gemacht werden. Es ist nicht nur unökologisch mit halb leeren oder leeren Lastwagen durch die Gegend zu fahren, es ist auch unökonomisch. Leerfahrten machen aber einen nicht unerheblichen Teil aller LKW-Fahrten insgesamt aus – jede fünfte Fahrt ist eine Leerfahrt und damit gibt es einen erheblichen Raum zur Effizienzsteigerung. Im Rahmen eines B2B-Sharings lassen sich die leeren Ladeflächen in Frachtbörsen vermitteln und so sinnvoll nutzen.

Wie B2B-Sharing aussehen kann zeigt auch der Staplerhersteller Linde. Zum Kerngeschäft von Linde zählt bei weitem nicht einfach die Herstellung und der Verkauf von Staplern. Vielmehr versteht sich das Unternehmen als Spezialist für „Materialbewegung“, zu dessen Angebot Leihgeräte, Automatisierung und Flottenmanagement gehört. Diese Beispiele zeigen zwei Zusammenhänge ganz deutlich: Erstens, dass das Prinzip der Sharing Economy nicht auf einzelne Branchen beschränkt ist, und zweitens, dass sie ein Umdenken erfordert. Wer beides begreift und für sich zu nutzen weiß, kann den digitalen Wandel nicht nur meistern, sondern zum Vorreiter seiner Branche werden.

Wir bieten zu diesem Thema Beratung an.

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